Nach drei Jahren Krieg in der gesamten Ukraine hat sich die Armut im Land stark zugespitzt. Um der dramatischen sozialen Lage und der Arbeitslosigkeit etwas entgegenzusetzen, bilden unsere Partner Frauen in Handwerksberufen aus. Der Krieg hat zahlreiche personelle Lücken im Handwerk hinterlassen, die so gefüllt werden sollen. Für die Frauen ist es mehr als eine berufliche Chance - sie stärken auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Wiederaufbau des Landes.
Die Zahl der in Armut lebenden Menschen in der Ukraine ist laut Weltbank seit dem Kriegsausbruch auf neun Millionen gestiegen, jede dritte Person ist auf Hilfe angewiesen. Unserer Partner setzen sich neben der Evakuierung von Menschen und der Beseitigung von Antipersonenminen auch für die berufliche Bildung der Menschen ein. In Dnipro werden Frauen in Handwerksberufen ausgebildet, um die fehlenden Männer im Handwerk zu ersetzen.
Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in der Ukraine, war vor einigen Tagen in der Stadt Dnipro, wo er 30 Frauen ein staatlich anerkanntes Handwerks-Zertifikat überreichen konnte: „Das sind Frauen, die ihre Ehemänner, die Väter ihrer Kinder, verloren haben oder zerstörte Ortschaften in der Ostukraine verlassen mussten. Dank solcher Programme kommen sie ins gesellschaftliche und berufliche Leben zurück, ersetzen fehlende Männer als Folge dieses Krieges im Handwerk und bauen ihr Land auf – trotz und auch wegen der erlebten Verluste.“, berichtet Waskowycz.